Kryptakonzert am Sonntag, den 4. März 2018

Ökumenisches Chorkonzert im November 2017

Gebannte Stille

 

Am vergangenen Sonntag, dem 19.11. faszinierten die beiden Kichenchöre der katholischen und evangelischen Gemeinden in Zülpich in der vollen Kirche St. Peter die Zuhörer. Geplant als ein deutliches Zeichen für Ökumene haben sich die Sängerinnen und Sänger seit vielen Monaten auf dieses Konzert vorbereitet. Es erklangen die Große Credo-Messe von W. A. Mozart und die Bach-Kantate Nr. 193 Ihr Tore zu Zion. Dazwischen hat ein Orgelkonzert von Händel, bekannt unter dem Namen Der Kuckuck und die Nachtigall, die Klangvielfalt der neuen Orgel in St. Peter den Zuhörern nahegebracht.

Der achtzigköpfige Chor besaß ein großes Klangvolumen, war dabei aber sehr beweglich, und setzte Stimmungen der Kompositionen überzeugend um: in der Mozart-Messe das Credo markant, das Hosanna federnd leicht; jubelnde Freude bei der Bach-Kantate.

Als Solisten verpflichtet waren: Cecilia Acs (Sopran), die mit kräftiger, schöner Stimme und klaren Höhen ihre Parts überaus ansprechend gestaltete, Ceren Gülcelik (Alt), deren helles Timbre wunderbar zur Arie in der Bach-Kantate passte. Henning Jendritzka überzeugte mit schlanker und lyrischer Tenorstimme, und der Bassist Joel Urch zog mit sonorer Fülle und warmem Ton die Hörer in den Bann. Als Quartett bildeten sie ein gutes Team, das aufeinander hörte.

Die Mitglieder des Akademischen Orchesters Bonn zeichneten sich aus durch sauberes Spiel, sie übernahmen professionell die Anweisungen. Besonders zu loben: Katrin Jones, der die Solo-Passagen der Oboe bzw. der Oboe d’amore virtuos und einfühlsam gelangen.

Das gemeinsame Konzert der zwei Chöre wurde auch von den zwei Chorleitern dirigiert. Josef Vieth hatte die Mozart-Messe und das Orgelkonzert übernommen, Holger Weimbs war der Solist an der Orgel und leitete die Bach-Kantate. Beide hatten die Klangkörper Chor und Orchester gut im Griff. Mit ihren verschiedenen Temperamenten brachten sie die Musik den Hö- rern sehr nahe. Das Publikum war durch die Darbietung sehr fasziniert, ja gebannt. Es herrschte eine große Stille, die niemals durch Husten oder Nebengeräusche gestört wurde.

Ein Konzertheft, gleichzeitig Eintrittskarte, gab wertvolle Hinweise auf kompositorische Bilder und Symbole. Das Publikum dankte durch lang anhaltenden stehenden Applaus. Man war sich einig: ein solches Konzert muss bald wieder in Zülpich stattfinden. (uv)

Josef Vieth